Digitalisierung ist ein Trend, der in nahezu alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft wirkt. Sie betrifft auch die Gesundheitsbranche und die individuelle Gesundheit von Patienten und Versicherten. Grund genug, für über 300 Experten aus Gesundheit, Politik und IT, am 2. September 2015 auf dem TK-Zukunftskongress in Berlin Fragen, Risiken und Chancen der Digitalisierung im Kontext der Gesundheit zu diskutieren.

Wie gut sind Versicherte und Krankenkassen, Ärzte und andere Leistungserbringer auf diese Entwicklung vorbereitet? Wird Deutschland im internationalen Vergleich von digitalen Geschäftsmodellen überholt, während wir noch über den Datenschutz diskutieren? Wo liegt der Grenznutzen des Datenschutzes? Wer kann was mit den Daten anfangen? Wird unser Versicherungsschutz in Zukunft teurer, weil der Schrittzähler den Bürojob nachweist oder wir in sozialen Netzwerken zu viel mit Rauchern kommunizieren?

Digitale Trends wie Quantified Self, also die „Selbstvermessung“ mit Fitness Trackern, Gesundheitsapps und anderen Gadgets, ermöglichen jedem Nutzer, mehr über seinen Körper zu erfahren und mehr für die Gesundheit zu tun. Jeder Dritte in Deutschland ist bereit, eigene Gesundheitsdaten zu tracken und diese an Krankenversicherungen weiterzugeben (YouGov 2014).

Dr. Jens Baas, TK-Vorstandsvorsitzender, auf dem Zukunftskongress 2015. Foto: Techniker Krankenkasse

Auch medizintechnische Fortschritte eröffnen völlig neue Perspektiven in der Gesundheitsbranche. TK-Vorstandschef Dr. Jens Baas entwarf mit einem visionären Impulsvortrag zur medizinischen Versorgung der Zukunft ein passendes, provokantes „Science-Fiction-Szenario“.

Diese Entwicklungen sind häufig schneller in der Praxis umsetzbar, als dass eine gesellschaftliche Erkenntnis reifen kann, ob sie mit allen Konsequenzen gewollt sind, und ob sie für eine Gesellschaft, die sich zum Solidaritätsprinzip bekennt, tragbar sind.

Eine solche Diskussion über das Spannungsfeld zwischen technisch/medizinisch Möglichem und gesellschaftlichem Konsens erfährt bislang in der Öffentlichkeit nur wenig Raum. Genau diese Diskussion braucht es aber, wenn das Solidaritätsprinzip der GKV in der Zukunft gesichert werden soll: Quantified Self darf bspw. nicht zu Besser- oder Schlechterstellung einzelner Versicherter führen. Der TK-Zukunftskongress war ein wichtiger Bestandteil dieser gesellschaftlichen Diskussion und wir haben gern daran teilgenommen.

Einer Frage, mit der wir uns als Unternehmensberater beschäftigen müssen ist, wie sich das „Geschäftsmodell“ der Player im Gesundheitswesen verändern wird. Prof. Dr. Gunter Dueck hat die Veränderung von Geschäftsmodellen mit einem Zitat von Bill Gates auf den Punkt gebracht: „Banking is necessary, banks are not.“ Die provokante Frage lautet nun, ob sich diese Entwicklung nicht auch bei Krankenversicherungen durchsetzen wird, oder eher wie viel Zeit bleibt noch und mit welcher Strategie stellt man sich richtig für diese Entwicklung auf?

icraft wird sich weiterhin aktiv mit diesen Fragen beschäftigen und den Fortschritt mit Rat und Tat begleiten.

Weitere Informationen: info@icraft.de

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